Arfvedson Schlenk Award Lithium Chemistry

Arfvedson-Schlenk-Preis

Seit 1999 überreicht die „Gesellschaft Deutscher Chemiker“ (GDCh) alle zwei Jahre auf dem GDCh-Chemieforum die von Albemarle gestiftete Arfvedson-Schlenk-Auszeichnung.

Über die Arfvedson-Schlenk-Auszeichnung

Der Chemiker Johan August Arfvedson entdeckte das Element Lithium, während Wilhelm Schlenk als Pionier in der lithiumorganischen Chemie gilt.

Die Arfvedson-Schlenk-Auszeichnung ehrt herausragende wissenschaftliche und technische Leistungen auf dem Gebiet der Lithiumchemie.

Preisträger des Arfvedson-Schlenk-Preises
1999 Paul von Ragué Schleyer
2001 Gernot Boche
2003 Victor Snieckus
2005Dietmar Stalke
2007 Hans Reich
2009 Carsten Strohmann
2011 Peter Bruce
2013 Robert E. Mulvey
2015Clare Grey

 

 

 

Preisverleihung 2015

Von links: Prof. Dietmar Stalke, (Award-Komitee), Prof. Clare Grey, Raphael Crawford, Beate Koehler (GDCh), Dr. Ulrich Wietelmann (Award-Komitee)

Arfvedson Schlenk Award 2015

Die Veranstaltung zur Übergabe des Arfvedson-Schlenk-Awards fand in Dresden im Rahmen des GDCh-Wissenschaftsforum Chemie 2015 am 31. August statt.

Seit 1999 wird der Arfvedson-Schlenk-Award von unserem Unternehmen gestiftet und beabsichtigt, herausragende wissenschaftliche und technische Leistungen auf dem Gebietder Lithiumchemie zu ehren. Johann August Arfvedson war der Chemiker, der das ElementLithium entdeckte, während Wilhelm Schlenk als Pionier der lithiumorganischen Chemie bekannt ist.

In diesem Jahr hat das Award-Komitee Professor Clare Grey von der Universität Cambridge, England ausgewählt. Sie wird ausgezeichnet für ihre herausragenden Leistungen für die Schaffung eines stark verbesserten Verständnisses der Prozesse, die während des Ladens und Entladens einer Lithium-Ionen-Batterie auftreten.

Preisträger 2015 - Clare Grey

Clare Grey ist Professorin am Chemischen Institut der Universität Cambridge, UK und sie ist Associate Director am Northeastern Chemical Energy Storage Center an der Stony Brook Universität, New York, USA.

Sie ist Spezialistin in der Nutzung der kernmagnetischen Resonanzspektroskopie (NMR), die sie insbesondere für das Studium von Materialien, die in der Energietechnik und im Umweltbereich Bedeutung haben, einsetzt. Ihre neuere Forschung konzentriert sich auf das Gebiet der Lithiumionenbatterien (LiB’s), wo sie die in-situ 6Li/7Li Festkörper-NMR-Spektroskopie für die Untersuchung der Lithiumeinlagerung und -extraktion während des Batterielade- und -entladevorganges nutzt. Sie untersucht die Effekte lokaler Struktur und elektronischer Eigenschaften auf die Batterieleistung und identifiziert nanostrukturierte oder amorphe Phasen, wie sie sich durch Lithiumeinlagerung bilden.

Diese Untersuchungen sind insbesondere für die Entwicklung innovativer Elektrodenmaterialien vom Konversionstyp von hohem Nutzen; Konversions-elektrodenmaterialien weisen besonders hohe Energiedichten auf und sind damit mögliche Schlüsselmaterialien für die Realisierung von Hochleistungsbatterien, wie sie für Elektroantriebe, insbesondere langstreckentaugliche e-Mobile benötigt werden.

Preisverleihung 2013
GDCh Wirtschaftsforum 2013 Arfvedson Schlenk Award

von links nach rechts: Dr. Ulrich Wietelmann (Rockwood Lithium), Prof. Wolfram Koch (GDCh), Prof. Robert E. Mulvey (Preisträger),  Prof. Carsten Strohmann (TU Dortmund)

Die diesjährige Preisverleihung fand im Rahmen des „Wöhler Symposiums“ anlässlich der Jahrestagung der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) am 3. September 2013 in Darmstadt statt.

Vor einem hochkarätigen wissenschaftlichem Publikum, meist Professoren der anorganischen oder organometallischen Chemie, hielt einer der Vorgänger als Preisträger, Professor Carsten Strohmann von der Universität Dortmund, die Laudatio. Nach Übergabe von Preis und Medaille durch Professor W. Koch von der GDCh präsentierte Professor Mulvey seine aktuellen Forschungsergebnisse, die auf seiner bereits in den 1990er Jahren begonnenen Beschäftigung mit der Lithium-Chemie basieren.

Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh)

Die Geschichte des Lithiums

Die Entdeckung des Lithiums durch den schwedischen Wissenschaftler Johan August Arfvedson füllte im Jahr 1817 eine weitere Lücke im Periodensystem der Elemente.

Meilensteine und einzigartige Eigenschaften

Seine einzigartigen Eigenschaften machen aus Lithium und seinen Verbindungen attraktive und vielseitige Reagenzien für ein breites Spektrum von Industrieanwendungen. Meilensteine in der Geschichte des Lithiums waren die ersten Aufbereitungen des Metalls durch Bunsen und Mathiessen im Jahr 1854 und die lithiumorganischen Verbindungen von Wilhelm Schlenk im Jahr 1917.

Otto Schott schlug bereits im Jahr 1879 die Verwendung von Lithiumverbindungen bei der Herstellung von Spezialglas vor, und im Jahr 1886 untersuchte C. M. Hall deren Auswirkungen in der Aluminiumelektrolyse. Lithiumderivate galten jedoch lange Zeit als eher exotisch und wurden bis zum 20. Jahrhundert kaum für die kommerzielle Anwendung genutzt.

Industrielle Nutzung

Die Einführung von Lithium in die industrielle Nutzung begann im Jahr 1923 mit der ersten kommerziellen Produktion von Lithiumcarbonat, Lithiumchlorid und Lithiummetall durch das deutsche Unternehmen Metallgesellschaft/Chemetall, das heutige Rockwood Lithium. Damals wurde das Metall als Zusatz für eine neue Gleitlager-Legierung („Bahnmetall“) für die Achsen von Eisenbahnwaggons verwendet. Der eigentliche kommerzielle Durchbruch für das industrielle Lithium gelang jedoch in den frühen 1950er Jahren.

Anwendungsgebiete

Zuverlässige Bezugsquellen und neue technologische Entwicklungen führten zu niedrigeren Preisen und einer höheren und stärker diversifizierten Nachfrage. Lithiumcarbonat wurde zunehmend in der Aluminium-, Glas-, Email- und Keramikindustrie verwendet. Lithiumhydroxid wurde immer wichtiger bei der Herstellung von Hochleistungsschmierfetten.

In Form verschiedener Salze ist Lithiumcarbonat beispielsweise ein hochwirksames Medikament für die Behandlung von bipolaren Störungen (manischer Depression).

Lithium-Batterien haben in den vergangenen zwei Jahrzehnten wegen ihres hohen Wirkungsgrads für viel positives Aufsehen gesorgt. Lithiumbromid wird seit vielen Jahren in industriellen Absorptionskältemaschinen verwendet. Die wichtigste Verwendung von Butyllithium dient der Herstellung von thermoplastischen Elastomeren als Polymerisationsinitiator. Am deutlichsten haben sich seine Anwendungen in der industriellen pharmazeutischen Chemie entwickelt.

Spezialgebiete von Lithium sind vielseitige Werkzeuge in der synthetischen organischen Chemie. Lithiumchemie, die sich durch Flexibilität und Fortschritt auszeichnet, findet in vielen unterschiedlichen Industriebereichen Anwendung.