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Herstellungsverfahren an neuer Batteriefertigungsanlage wird erforscht

Rockwood Lithium und weitere Unternehmen aus verschiedenen Branchen bereiten die Herstellung von standardisierten großen Lithium-Ionen-Batterien vor. Dazu haben sie am 29. Mai eine Absichtserklärung unterzeichnet. Die Firmen sind Mitglieder des Industrieverbundes „Kompetenznetzwerk Lithium-Ionen Batterien“ (KLiB).

Gegenstand der Absichtserklärung ist die Nutzung der neuen Forschungsproduktionslinie für Lithium-Ionen-Batterien am Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) in Ulm. Die Anlage soll 2015 fertiggestellt werden und Prozesse zur Fertigung großer prismatischer Lithium-Ionen-Zellen erforschen und optimieren. Gleichzeitig können an ihr neue Materialien und Herstellverfahren validiert werden. Die Anlage erlaubt erstmalig auch Untersuchungen zu den Einflussfaktoren, die die Herstellungskosten von Batterien in einem Produktionsprozess reduzieren können. Lithium-Akkus sollen in der Elektromobilität und zur Speicherung von Strom aus Photovoltaikanlagen verwendet werden.

Im Rahmen der Grundsteinlegung am Fundament des Gebäudes der künftigen Forschungsproduktionslinie unterzeichneten Vertreter der anwesenden Unternehmen die Absichtserklärung zur zukünftigen Nutzung der Anlage.

Initiator der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und Ministerium für Finanzen und Wirtschaft Baden-Württemberg (MFW) geförderten Anlage ist der Industrieverbund KLiB. Dr. Hubert Jäger, Vorstandsvorsitzender des KLiB: „Die Forschungsproduktionslinie bildet die Brücke, um den Schritt von der Forschung zur Produktion wettbewerbsfähiger Li-Ionen-Batterien in Deutschland zu schaffen. Dank der Förderung durch das BMBF und das MFW wird uns diese dringend benötigte Anlage sehr bald zur Verfügung stehen. Vor unserem Nutzerkreis liegt die Aufgabe, gemeinsam und in kurzer Zeit seriennahe Fertigungsprozesse für große Lithium-Ionen-Batterien zu entwickeln, um international in Qualität und Prozesseffizienz Maßstäbe zu setzen.“

Ministerialdirektor im BMBF, Professor Dr. Wolf-Dieter Lukas, sagte über das Vorhaben: „Fortschritte bei der Batterie entscheiden maßgeblich über die Alltagstauglichkeit von Elektroautos und damit über die Zukunft der Elektromobilität. In Ulm legen wir heute einen Grundstein für diese Zukunft.“

Mit der Anlage am ZSW wird auch eine zentrale Forderung der Nationalen Plattform Elektromobilität (NPE) erfüllt. Die Mitglieder der NPE, ein Zusammenschluss aus Industrie, Wissenschaft und Politik, empfahlen der Bundesregierung den Aufbau von Forschungsproduktionslinien, die von allen Unternehmen gemeinsam genutzt werden können. „In dem branchenübergreifenden Ansatz des Industrieverbundes KLiB sehen wir eine große Chance, Forschungsergebnisse schneller in die Praxis zu überführen.“, so Prof. Dr. Lukas.

Über das Kompetenznetzwerk Lithium-Ionen Batterien (KLiB)

Um die Wettbewerbsfähigkeit des Standortes Deutschland in der Schlüsseltechnologie Lithium-Ionen zu stärken, haben sich im Jahr 2010 Industrieunternehmen und anwendungsnahe Forschungsinstitute zum Industrieverbund „Kompetenznetzwerk Lithium-Ionen Batterien“ (KLiB) zusammengeschlossen.

Ziel ist es, die Kompetenzen aus der forschenden und produzierenden Industrie, Großunternehmen genauso wie mittelständischen Unternehmen, der Wissenschaft und dem Handwerk zu bündeln, um im vorwettbewerblichen Umfeld den Hightech- und Produktionsstandort Deutschland zu stärken und zum Leitanbieter von Batterien zu entwickeln. Der Verbund ist in mehrere Arbeitsgruppen untergliedert, zu deren Themen Referenzzellen, Prüfprozeduren, Zellfertigung, produktionsnahe Messtechnik sowie Batteriesicherheit gehören. Zu den Mitgliedern gehören unterschiedliche Akteure der gesamten Wertschöpfungskette von den Batteriematerialien- und Komponentenherstellern über Unternehmen aus den Bereichen Produktionstechnologie und Automatisierung bis hin zur Zell- und Batteriefertigung. Ebenso engagieren sich Automobilhersteller im Verbund.

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